Menschenrechte vor Profit: Am Montag (10.12.) ab 17.00 Uhr am Kröpcke unterschreiben für den „Binding Treaty“

Die Initiative „Auf der Suche nach einem tragbaren Lebensstil“ unterstützt den Attac-Aktionstag „Menschenrechte vor Profit“ anlässlich des Menschenrechtstages am 10. Dezember.

Anlass ist der 70. Geburtstag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen.

In Hannover ruft das Bündnis „Hannover CETA TTIP TiSA stoppen“ gemeinsam mit der Initiative „tragbarer Lebensstil“  zu einer Aktion am Montag, 10. Dezember
von 17.00 – 19.00 Uhr
am Kröpcke (U-Bahn-Eingang Georgstrasse) auf.

Die Initiative „tragbarer Lebensstil“ setzt sich für verbindliche Sorgfaltspflichten in den Wertschöpfungsketten ein. Also dafür, dass Firmen  endlich mal die Verantwortung dafür übernehmen, wenn in ihrem Namen produziert wird und die Arbeitsbedingungen menschenunwürdig sind.
Ein erster Schritt kann eine Unterschrift für diese Forderung sein!
Weitere Informationen zu Menschenrechte vor Profit.

 

KiK-Verfahren vor dem Landgericht Dortmund

Anhörung zu Fabrikbrand bei KiK-Zulieferer in Pakistan. Klägerin: „Wir haben viel erreicht: Jetzt darf das Gericht das Verfahren nicht an Verjährung scheitern lassen!“

Dortmund, 29. November 2018 – „Mein Sohn hat für den Profit von KiK mit seinem Leben bezahlt. Nun endlich hat ein Gericht in Deutschland sich mit dem Fall beschäftigt.“ Aus Sicht von Klägerin Saeeda Khatoon war die erste Verhandlung im Verfahren gegen das Unternehmen KiK vor dem Landgericht Dortmund ein wichtiger Schritt – egal, wie das Verfahren endet. Ihr Sohn starb bei dem Fabrikbrand beim KiK-Zulieferer Ali Enterprises am 11. September 2012 in Karatschi (Pakistan). „Für 258 Menschen wurde die Fabrik zur Todesfalle. Nichts wird diesen Verlust je wiedergutmachen. Aber die Verantwortlichen sollen wenigstens haften. KiK war Hauptkunde der Fabrik und damit mitverantwortlich für den mangelnden Brandschutz.“
Hintergrund und weitere Informationen zum Prozess und zur Textilindustrie

UN-Ausschuss rügt Deutschland: Menschenrechtsstandards für Unternehmen zu unverbindlich

Der Sozialausschuss der Vereinten Nationen (UN) hat im Oktober seinen Abschlussbericht über die Einhaltung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte durch die Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht. Der Ausschuss kritisiert darin die „ausschließlich freiwillige Natur der menschenrechtlichen Sorgfalt“, wie sie im Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte beschrieben wird. Deutschland solle gesetzlich sicherstellen, dass Unternehmen die Menschenrechte in Auslandsgeschäften achten und für Verstöße haftbar gemacht werden können. Auch in der Agrar-, Handels-, Investitions-, Klima- und Finanzpolitik monierte der Ausschuss die mangelnde Berücksichtigung der Menschenrechte durch die Bundesregierung.
Weiter im Text …

 

Der „Zero Draft“ zum UN Treaty. Eine Bewertung der Treaty Alliance

In einer Stellungnahme begrüßt die Treaty Alliance Deutschland den »Zero Draft« für ein UN-Menschenrechtsabkommen, um die Aktivitäten transnationaler Unternehmen und anderer Wirtschaftsunternehmen zu regulieren, und empfiehlt gleichzeitig Präzisierungen und Ergänzungen des vorliegenden Entwurfs. In der kommenden Woche wird die zuständige UN-Arbeitsgruppe über den Text verhandeln. Die European Coalition for Corporate Justice (ECCJ) liefert tägliche Berichte über die Sitzung; auf UN-TV können die Beratungen live verfolgt werden

#bindingtreaty: Aktion „Menschenrechte vor Profit“ am 13. Oktober in Hannover

Ab dem 15. Oktober startet in Genf die vierte Verhandlungsrunde bei den Vereinten Nationen über ein internationales Abkommen (UN Treaty) zur Unternehmensverantwortung. Um dieses Anliegen zu unterstützen, findet an diesem Samstag in der Hannoveraner Innenstadt eine Aktion statt.

Die Initiative “tragbarer Lebensstil” und das Projekt “Mehr.Wert! – Menschenrechte in globalen Lieferketten” des Verbandes Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. (VEN) fordern  zusammen mit anderen Hannoveraner Gruppen die Bundesregierung auf, endlich den Fuß von der Bremse zu nehmen und sich konstruktiv an den Verhandlungen zu beteiligen: Die Bundesregierung bremst diesen Prozess seit Jahren in skandalöser Weise aus.

Das EU-Parlament hat Anfang Oktober einen  eindeutig unterstützenden Beschluss gefasst.

Wer sich über die Verhandlungen informieren oder ein deutliches Zeichen für verbindliche Unternehmensverantwortung setzen möchte, ist herzlich eingeladen am Samstag,  13. Oktober zwischen 14.00 und 18.00 Uhr zum Blätterbrunnen (Nähe Kröpcke) zu kommen. Dort kann ein Fotostatement abgegeben und diskutiert werden. Auch eine Unterschriftenaktion an die Bundesregierung von medico international e.V. und Attac ist vorbereitet.

“Binding Treaty“ ist das Schlagwort, mit welchem dieses Anliegen in einer internationalen Kampagne begleitet wird.

Die Initiative „tragbarer Lebensstil“ ist die hannoveraner Lokalgruppe der Kampagne SAUBERE KLEIDUNG / Clean Clothes Campaign Germany  und Partnerin des 3WF Hannover – Forum für eine Andere Welt.

Damit Menschenrechte in der international vernetzten Produktion verbindlich durchgesetzt werden können, haben sich zahlreiche zivilgsellschaftliche Initiativen zur „Treaty Alliance“ zusammengeschlossen.

Diese unterstützen damit eine Initiative, die bereits 2014 auf UN-Ebene von Ecuador und Südafrika angestossen worden ist.

Hintergrundinformationen:

Begleitveranstaltungen der Zivilgesellschaft in Genf zu den Verhandlungen

– Worum geht es beim UN Treaty-Abkommen? (Broschüre als PDF) Kurzfassung (Flyer)

Faktenblatt von medico international e.V. zur Arbeitssituation in der Textilindustrie

“Living Wage”: H&M hält versprechen nicht ein: Jetzt ist öffentlicher Druck gefragt!

2013 veröffentlichte H&M seine “Roadmap towards fair living wages” (deutsch: Strategiepapier zur Umsetzung existenzsichernder Löhne) und gab damit rund 850,000 Arbeiter*innen die Hoffnung auf einen existenzsichernden Lohn bis 2018. Die Veröffentlichung brachte dem Unternehmen sehr viel positive Medienberichterstattung.

Doch seit dem hat H&M sein Bekenntnis mehrmals umgeschrieben und aktuell gibt es keine Spur mehr von dem Versprechen auf existenzsichernde Löhne in der Unternehmenskommunikation. Heute veröffentlichte Rechercheergebnisse enthüllen, dass viele Arbeiter*innen in „Vorzeige“-Zulieferfabriken des Modekonzerns H&M unter der Armutsgrenze leben.

Weitere Informationen und Unterschriftenaktion

KIK Prozess: Opfern droht Verjährung – Verantwortung braucht eine klare Rechtsnorm!

Eine kurze Zeit gab es die Hoffnung den KIK-Konzern unmittelbar in Deutschland für die Brandkatastrophe in der paktstanischen Textilfabrik Ali Entreprises haftbar zu machen. 2012 kamen dort 260 Menschen ums Leben.
Nun droht das Ende des Prozesses ohne Urteil, weil Verjährung geltend gemacht werden könnte.

2017 wurde von zahlreichen NGOs eine Initiative gegründet, um Unternehmensverantwortung im Völkerrecht zu verankern: „Menschen Recht vor Profit!  UN Treaty“.  Der KIK-Prozess zeigt deutlich, wie wichtig die UN-Treaty-Initiative ist.

Die Bundesregierung verweigert sich bisher diese Initiative zu unterstützen. Jetzt ist es an uns, für die Unternehmensverantwortung im Völkerrecht einzutreten. Wir sind für Ideen dazu dankbar. Und werden weiter informieren.

Interview zum Hintergrund des Prozesses

Infoblatt der „UN-Treaty“-Initiative